EU-Leistungsschutzrecht und die Folgen für dieses Blog

Das EU-Parlament hat beschlossen, dass es ein eu-weites Leistungsschutzrecht geben soll. Die Vorgaben dafür sind schon beeindruckend dämlich, muss ich sagen. Unter anderem wird es damit gebührenpflichtig, Presseartikel zu verlinken, sofern man aus diesen zitiert.

In der Vergangenheit habe ich häufig gerne Passagen zitiert, statt sie selber nachzuerzählen und im Gegenzug den Artikel mit einem Link belohnt.

„Belohnt“ schreibe ich, weil dass den Artikel in den Augen von Suchmaschinen relevanter macht. Der Effekt ist zwar bei einem kleinen Blog wie diesem hier fast null – aber der Nutzen, den ich aus so einem Zitat habe ja eigentlich auch.

Wir kennen die letztendliche Ausgestaltung des Gesetzes und die Rechtsprechung dazu noch nicht. Es kann sein, dass komplett private Blogs wie dieses problemlos weiter zitieren dürfen. Die Nasen, die sich den Unsinn ausgedacht haben, behaupten das und tun so, als würden sie lediglich Google abkassieren wollen (viel Erfolg dabei, wo Google ja bekanntlich Milliarden mit seinem werbefreien Google News verdient… nicht).

Allerdings füge ich hier (selten) mitunter Affiliate-Links ein, wenn ich über bestimmte Produkte schreibe, die ich besitze. Was den einfachen Hintergrund hat, dass ich dann ein paar Cent Provision kassieren kann, wenn Leute darüber irgendwas kaufen. Nur fair, an sich – aber je nach juristischer Sichtweise könnte dass dann den Unterschied zwischen einem privaten Blog und einem kommerziellen Angebot ausmachen. Dass die paar Cent nie im Leben die Kosten für so ein Blog finanzieren werden sagt einem zwar der gesunde Menschenverstand aber mit dem ist nicht jeder Gesetzgeber zwingend gesegnet, so dass ich damit rechnen muss, dass das überhaupt keine Rolle spielt.

Der langen Rede kurzer Sinn: Ich werde ab sofort versuchen, Zitate und Links auf externe Seiten zu vermeiden. Die Presse will offensichtlich nicht verlinkt werden, ich will nicht irgendwann irgendwelche Lizenzgebühren für Links zahlen müssen. Ich werde stattdessen Sachverhalte so gut es geht beschreiben, dann kann man selber danach googlen. Solange Google die Presse noch listet, jedenfalls. Aber wenn sich das ändern sollte, finde ich diese Artikel ja sowieso nicht mehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.