Android-PC-Workflow

Microsoft verkündet gerade, dass die Welten von Windows und Android noch mehr zusammenwachsen sollen. Gut für Leute wie mich, die eben diese Kombination nutzen und ich bin gespannt, was da wohl so kommt. Allerdings lässt sich da Vieles auch heute schon relativ einfach und praktisch regeln.

Bei mir läuft das aktuell nämlich für die gängigsten Dinge, die man so macht, wie folgt:

  • Kontakte synce ich seit meinem ersten Smartphone über Google. Nein, eigentlich schon davor. Denn mein privates Adressbuch ist halt das von Gmail, seit es Gmail gibt – und das ist schon eine ganze Weile. Mir gehen damit selbst bei Handyverlust nie Kontakte verloren und gleichzeitig kann ich sie auch pflegen und abrufen, wenn ich am Rechner sitze. Der dazu praktischerweise notfalls nicht mal mein eigener sein muss.
  • Termine laufen ähnlich, denn auch hier nutze ich Google Calendar. Und zwar intensiv, denn neben meinem privaten Kalender pflege ich darüber auch noch einen öffentlichen für meinen FDP-Kreisverband (dessen Termine auf diesem Weg eben dann auch gleich in meinem Kalender landen), einen fürs Dorf, den Dienstplan der örtlichen Feuerwehr und ein paar weitere. Auch meine To-Do-App ToDoist schreibt meine To-Do-Listen automatisch direkt in meinen Kalender, wo ich sie wiederum bearbeiten kann, wenn ich das möchte. Genau wie Gmail nutze ich den Google Calendar übrigens auf dem Rechner direkt im Browser und in Android über die nativen Apps.
  • Dateien und Links hin- und herschieben ist vielleicht etwas, das nicht jeder Normalnutzer so regelmäßig tut, wie ich. Im Notfall kann man sich natürlich auch einfach selber ne E-Mail schreiben – was für mich allerdings unnötig umständlich ist, da ich sowas wirklich jeden Tag mache und es daher etwas schneller und einfacher gehen muss. Ich habe dazu schon verschiedene Dienste und Methoden ausprobiert. Es gibt zum Beispiel das bekannte Pushbullet, das ziemlich genau für diesen Zweck gebaut wurde und das ich eine ganze Weile genutzt habe. Mittlerweile nutze ich stattdessen aber einfach Messenger. Erst Telegram, mittlerweile Wire (weil hübscher und sowieso besser). Dort habe ich einfach eine Gruppe mit mir als einzigem Mitglied angelegt, die „Notes“ heißt. Und da schiebe ich einfach rein, was ich auf nem Rechner oder einem anderen Smartphone (ja, ich nutze derer mehrere) haben will und umgekehrt. Läuft flott und zuverlässig und Wire habe ich sowieso überall drauf – auf dem Rechner nutze ich auch das übrigend gerne direkt im Browser.
  • Fotos schieße ich seit Jahren ausschließlich mit dem Handy. Und einer der Gründe dafür ist, dass sich der Aufwand in Grenzen hält, diese dann anschließend vernünftig, sicher und ohne großen Aufwand zu archivieren. Sie landen als erstes automatisch (leicht komprimiert aber das ist für mich vertretbar, sind schließlich eh bloß Handyfotos) und komplett gratis in der großen Google-Wolke namens Google Fotos. Google baut mir daraus gelegentlich ebenso automatisch coole Animationen oder stilisierte Aufnahmen, manchmal auch ganze Filme. All das kann ich, wenn ich will, auch selbst in der Fotos-App alles erstellen, allerdings nutze ich für solche Zwecke meist doch lieber andere Programme.
    Ich möchte meine Fotos aber auch noch in ihrer reinen Form sichern und dazu nutze ich die zwar nicht unendliche aber für meine Zwecke in der Grundausstattung von 1 TB ausreichend großen Microsoft-Cloud, die OneDrive heißt. Hier sortiere ich sie von Zeit zu Zeit dann manuell in entsprechende Ordner, die ich nach den jeweiligen Ausflügen, Partys oder Gelegenheiten plus Jahreszahl benenne. Und diese Ordner wandern dann noch einmal als Backup von Zeit zu Zeit auf meine stationäre Festplatte, sind aber gleichzeitig auch noch auf mindestens einem lokalen Rechner gespeichert. So schnell geht mir also hier nichts (mehr) verloren.
  • Musik höre ich allein zwar nicht mehr all zu oft. Aber spätestens, wenn mal spontan irgendwo ein bisschen Partymucke gebraucht wird, muss halt irgendwer irgendwas dabei haben. Und da man ja nie weiß, ob denn irgendwer anders auf sowas vorbereitet ist, bin ich es lieber. Und so habe ich stets auf meinem Handy mehrere Ordner mit Musik, die sich über meine aktuelle Player-App namens Poweramp auch beliebig kombinieren lässt. Die Ordner sind übrigens son bisschen nach Niveau der Party sortiert. Ich habe da einen Ordner für absolut stumpfes Saufen, mehrere, die einfach nur die Musik der Faslamswagen der vergangenen Jahre beinhalten, mehrere Jahrgänge Wacken-Zeltplatz-Mischung und meinen privaten Musikordner. In Summe kann man damit in so ziemlich jeder Zusammensetzung für ein bisschen Stimmung sorgen.
    Zusätzlich dazu habe ich seit einer Weile auch noch Amazon Music Unlimited gebucht und mir dort eine Playlist für chilliges, zwangloses Biertrinken angelegt. Die enthält gute 30 Stunden von mir ausgesuchte Musik und auch die habe ich noch einmal lokal auf dem Handy gespeichert, für alle Fälle.
    Gleichzeitig befindet sich meine private MP3-Sammlung aber auch noch komplett auf meinem OneDrive, so dass ich jederzeit jeden Song, den ich jemals gekauft habe, spontan aufs Handy runterladen und abspielen kann.
  • Mein Browser heißt seit einigen Monaten nach Jahren mit Chrome und Opera wieder Firefox. Es ist aber völlig egal, wie der Browser heißt, weil alle drei plattformübergreifend angeboten werden – und das ist, was mir wichtig ist. Ich will nämlich im Zweifelsfall auf meine Bookmarks geräteübergreifend zugreifen können, brauche also einen Browser, der diese zuverlässig synct. Aus diesem Grund vollziehe ich solche Wechsel auch nur dann, wenn mir sowohl die Desktopversion zusagt, als auch die mobile.
  • Notizen landen bei mir in Google Notizen – oder, wenn sie umfangreicher oder strukturierter sein sollen, auch in Microsoft OneNote.

All diesen Lösungen liegen ein paar Grundgedanken zugrunde. Mir ist zum Beispiel wichtig, dass ich mein jeweiliges Setup komplett unabhängig von Betriebssystemen und Geräten immer nutzen könnte. Wenn ich morgen von Windows+Android auf Linux+Apple umsteigen würde, wäre das zum Beispiel relativ reibungslos möglich. Bei allem, was ich mit dem Handy mache, achte ich darauf, grundsätzlich nie Lösungen der jeweiligen Hersteller zu nutzen. Denn damit würde ich mich möglicherweise auf einen Hersteller festnageln, weil ich mich an den hauseigenen Browser, die tolle Kalender- oder Notizapp so gewöhnt habe. Eine Ausnahme bildet natürlich die Kamera-App, denn da wäre es Unsinn – wenn auch nicht unmögich.

Ein anderer Grundgedanke ist zugegebenermaßen ein ziemliches „Vertrauen“ in die Cloud. Ich kann jeden verstehen, der das etwas kritischer sieht als ich. Aber da muss man eben den richtigen Mix aus Bequemlichkeit und Privatsphäre finden. Es nützt gar nichts, wenn man zwar hundertprozentig die Kontrolle über seine Cloud hat, weil man sie zum Beispiel selber hostet, der ganze Krempel aber dann nicht zuverlässig genug funktioniert.

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