Alle Parteien sind gleich aber manche sind gleicher

Na, habt Ihr auch alle von den heftigen bundesweiten Protesten vor SED, pardon, Die-Linke-Parteizentralen gehört?

Nein?

Komisch, ich auch nicht.

Als vor einigen ein Kandidat der FDP – unfreiwillig, überraschend und durch einen umgehenden Rücktritt sofort wieder rückgängig gemacht – von der AFD gewählt wurde, wurde von-der-AFD-gewählt-werden noch praktisch gleichgesetzt damit, dass in Thüringen nun das Vierte Reich angebrochen wäre. Der Ostbeauftragte der Bundesregierung verlor sogar sein Amt – weil er dem FDP-Mann zur Wahl gratuliert hatte!

Wenn die umbenannte SED hingegen ihrerseits einen Kandidaten der AFD wählt, geht das, wie wir sehen, einfach als Business as usual durch.
Würde hier mit gleichem Maßstab gemessen, müsste Ramelow sofort zurücktreten und die Die Linke würde ein Parteiausschlussverfahren einleiten. Geschäftsstellen der Partei würden mit Farbbeuteln attackiert, Scheiben würden eingeschlagen werden, ehrenamtliche Politiker der Partei müssten sich wüsteste Beschimpfungen auf den Straßen anhören, Morddrohungen wären an der Tagesordnung.

Alles Dinge, die der FDP passiert sind.

Weil einer von der AFD gewählt wurde.

Alles Dinge, die der Die Linke nicht passieren

Obwohl sie einen von der AFD wählt.

Da stellt sich die Frage, ob es bei den zurückliegenden Protesten also nur darum ging, die FDP zu bekämpfen (die AFD wurde ja leider überhaupt nicht angegangen) oder ob es wirklich das größere Problem ist, von AFD-Leuten gewählt zu werden als aktiv AFD-Leute zu wählen.