Mein Kommentar zur „Wochendämmerung“ vom 1. Juni 2018

Eure Vorstellung davon, wie „Homeschooling“ aussieht, bzw. aussehen kann ist mMn nicht ganz richtig. Ihr sagt, dass dann Eltern ihre Kinder indoktrinieren würden, statt sie vernünftig zu unterrichten. Aber wenn man Homeschooling halbwegs sinnvoll legalisieren würde, würde das dazu führen, dass die Kinder die ganzen Prüfungen – die ja dann sinnvollerweise nicht so viel anders aussähen, wie die der Schüler auf regulären Schulen – versemmeln würden. Wer die ganze Zeit nichts als weltanschaulichen Bullshit gelehrt bekommt, der wird damit am Ende auch niemals ein Abitur bestehen können.

Und wenn eine Schulaufsichtsbehörde eklatante Mängel in Bildung feststellt, dann würde sie in einer sinnvoll umgesetzten Homeschooling-Alternative entsprechend einschreiten und die Lizenz der jeweiligen Lehrer entziehen.

Was ein weiterer Punkt wäre, denn das „Home“ in „Homeschooling“ bedeutet ja noch lange nicht, dass deswegen ausgerechnet die Eltern den Unterricht gestalten. Es bedeutet eigentlich noch nicht mal, dass das unbedingt zuhause stattfinden müsste. In Amerika ist Homeschooling zumindest mancherorts ganz anders geregelt, da gibt es halt ganz normale Kurse, für die die Schüler dann auch mal ein paar Wochen in eine entsprechende Bildungsanstalt fahren müssen und Prüfungen werden natürlich auch nicht einfach nur gegenüber den eigenen Eltern abgelegt.

Ihr geht von einer Art worst case in der Umsetzung aus. Man kann sowas aber auch intelligent umsetzen und so eine gute und ernstzunehmende Alternative zur staatlichen Schule schaffen, die auch gesamtgesellschaftlich ihre Vorteile hätte. Idealerweise könnte man so etwas auch noch staatlich bezuschussen, damit es auch für sozial Schwache eine Option wäre. Warum nicht einen Betrag X pro Schüler an die jeweilige Schule zahlen oder eben zur Verfügung stellen, um „Bildung einzukaufen“? Dann hätten auch staatliche Schulen auf einmal einen ganz anderen Anreiz, an ihrer Qualität zu schrauben.

Zur Sendung geht es hier.

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